Ich lebe einen großen Raum.

Julia de Vries übernimmt wie viele Mitglieder der Gemeinschaft mehrere Funktionen. Dabei beansprucht ihre Vorstandsarbeit im KulturLandWirtSchaft e. V. den meisten Raum.

Die Organisation und Vorbereitung der Veranstaltungen des Jahres und die Zusammenarbeit mit anderen Kulturträgern, Künstlern und Gemeinschaften bereiten ihr dabei große Freude. Sie bringt sich in diese Veranstaltungen auch sehr persönlich mit Singworkshops, eigenen Liederabenden und von ihr geführten lyrischen Spaziergängen ein. Julia ist Sopranistin, singt in zwei Chören und spielt wunderbar Klavier. 

Sehr unmittelbar ist ihre zweite Verantwortlichkeit. Julia wechselt sich mit Anne-Maria von Schulz in der Hof-Küche ab und kocht zwei Mal wöchentlich das Mittagessen, das alle gemeinsam einnehmen. So sorgt sie für das leibliche Wohl aller 25 Mitarbeiter und Familienmitglieder – was ihr sehr viel bedeutet.

Und gelegentlich sorgt sie sich dann auch um das leibliche Weh der anderen: als ausgebildete Krankenschwester ist sie immer als Erste zur Stelle, wenn den einen oder anderen eine Krankheit oder ein Schmerz plagt.

 

Ich erlebe mich als einen großen Resonanzraum. Zu spüren, wie es anderen Menschen geht, ihnen ein gutes Gefühl zu geben, ist sehr wichtig für mich. Dabei versuche ich, jedes Mal den Raum zu schaffen, in dem unsere Art zu denken, zu fühlen und zu leben, unmittelbar zu wirken beginnt. Das geschieht z.B. beim morgendlichen, gemeinsamen Singen, mit dem wir unseren Tag beginnen. Das geht weiter in allen Veranstaltungen des Vereins, bei denen die Vortragenden, die Künstler und die Besucher auf sehr besondere Weise verinnerlichen können, welch wandelnde Kräfte diese Idee, dieser Ort und das Zusammenspiel der Menschen mit der Natur haben können.

Und es endet sehr direkt bei mir selbst, wenn ich singe. Ich spüre mich leben bis in die letzte Faser meines Körpers, ich fühle mich durchklungen von den Tönen meiner Stimme und ich ahne, dass ich die Herzen meiner Zuhörer berühre. 

Das alles löst in mir eine tiefe Dankbarkeit dem Leben gegenüber aus.

Ein Gefühl, das ich auch in meinem eigenen Garten erlebe, wenn ich die Schönheit der Blumen, der Stauden und Sträucher sehe. Dann spüre ich, wie mir aus diesem Raum Energie und Kraft für meine Aufgaben entgegen fließt.

Julia de Vries