Liebe Kunden, Vereinsmitglieder, Freunde und treue Begleiter!

Ein sehr bewegtes, arbeitsreiches Jahr geht für uns zu Ende. Dass es große Veränderungen mit sich bringen würde, war uns bewusst. Und mit jedem Tag haben wir daran gearbeitet, unsere neue Idee sichtbar werden zu lassen. Mit diesem Brief möchten wir wieder einen kleinen Einblick in die vielen Bereiche unseres Hoflebens geben und erzählen, was uns gefreut, in Atem gehalten und beschäftigt hat. Und natürlich möchten wir mit unserer Kalenderseite neugierig machen auf das, was wir im kommenden Jahr an Veranstaltungen planen. Mit den schönen Bildern unseres Gemüses wird die Farbigkeit und Vielseitigkeit in diesem Bereich deutlich, die wir auch auf den ganzen Hof übertragen können.

Viel hatten wir versucht zu planen, doch wie schon John Lennon feststellte:

“Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen“.

Auch unsere Pläne mussten in diesem Jahr an verschiedenen Stellen immer wieder korrigiert werden. Sowohl in der Landwirtschaft als auch bei unserem Bauvorhaben. Es war ein Jahr der Extreme auf vielen Gebieten. Was die Landwirtschaft betrifft, fing es schon mit einem kalten Frühjahr an, und hat sich mit sehr viel Regen und wenig Sonne bis zuletzt konsequent durchgezogen. Es hieß immer wieder, sehr wach zu sein und den Augenblick zu nutzen. Zum Glück ist es uns die meiste Zeit auch gelungen, so dass wir sehr dankbar sind, viel Futter (wenn auch kein Heu) für die Kühe, das Getreide rechtzeitig gedroschen und eine reiche Gemüseernte eingebracht zu haben. Dennoch hat der viele Regen die Arbeiten auf dem Feld sehr schwer gemacht.

Schon früh im April hatten wir die Kartoffeln gepflanzt. Zum Glück, wie sich bald herausstellte. Denn später wäre es aufgrund von Nässe und Kälte erstmal nicht mehr möglich gewesen. Doch es fehlte die Wärme für das Wachstum. Weitere Faktoren haben letztendlich dazu geführt, dass die Qualität der Kartoffeln in diesem Jahr so schlecht ist wie noch nie. Das schmerzt das Bauernherz und schlägt natürlich auch wirtschaftlich zu Buche, da wir die Kartoffeln fast ausschließlich zum Sonderpreis vermarkten können. Ihr Geschmack ist aber nach wie vor gut und so hoffen wir, dass sie von unseren Kunden trotzdem wohlwollend geschält und gerne gegessen werden.

Die Gärtner trotzten der anhaltenden Kaninchenplage mit neuen Zäunen und Netzen auf den Beeten. Viele Stoßgebete gingen gen Himmel, bis die Natur ein Einsehen hatte und dafür sorgte, dass die Kaninchenpopulation wieder auf ein verträgliches Maß sank. Das Gemüse profitierte am meisten von dem vielen Regen. Die Bewässerungsrohre, die wir im Zuge des Zaunbaues verlegt hatten, mussten gar nicht zum Einsatz kommen. Auch die Gemüse-Saatguternte war erfolgreich. Von neun Gemüsesorten konnte Saatgut für den Eigenbedarf und Weiterverkauf an die Bingenheimer Saatgut AG gewonnen werden. Fünf Kulturen wurden zur Selektion angebaut und blühen für die Samengewinnung im näch-sten Jahr. Unser Versuch, die geschützte Bestäubung der Gemüseblüten mit Hilfe von Mauerbienen durchzuführen, hat leider noch nicht so ganz geklappt. Da müssen wir noch Erfahrungen sammeln.

Für den Getreideanbau waren die Bedingungen eher ungünstig. Das letzte Sommergetreide konnte erst im Mai bestellt werden, die anhaltende Kälte und Nässe haben sich auf die Erträge ausgewirkt. Nur beim Dinkel und Emmer sind wir wirklich zufrieden. Witterungsbedingt musste das gedroschene Getreide energieaufwendig nachgetrocknet werden.

Die nach der Ernte notwendige Bodenbearbeitung für die Unkrautbekämpfung konnte nicht durchgeführt und nur 80% des Wintergetreides bestellt werden. Dies hat Auswirkungen auf unsere Fruchtfolge im kommenden Jahr.
edem Wetter zum Trotz kamen die Kinder vieler Schulklassen und Kindergärten, um ihre Kartoffeln zu pflanzen, zu ernten, Getreide zu mahlen und die Tiere zu besuchen. Auch dafür wünschen wir uns im nächsten Jahr leichtere Bedingungen.

Einen großen Teil unserer Aufmerksamkeit und Zeit haben wir unserem großen Bauvorhaben gewidmet. Nachdem wir im letzten Jahr vor allem mit Abrissarbeiten beschäftigt waren, konnten wir uns jetzt den gestalterischen Fragen und dem Ausbau zuwenden. Eine kreative Arbeit, die deutlich mehr Freude machte, aber auch eine sehr komplexe Aufgabe durch das Ineinandergreifen vieler Faktoren und Menschen die beteiligt waren. Wir haben den „alten Fredenkrug“ äußerlich und innerlich verwandelt und ihm eine neue Bestimmung gegeben.
Ein großer Dank für die gute Zusammenarbeit geht an alle, die an der Umsetzung beteiligt waren! Seit seiner Eröffnung am 16. Juni lädt der neue Hofladen mit angeschlossener Küche und Café viele Menschen zum Verweilen ein. Wir freuen uns sehr über die positive Resonanz und darüber, dass durch die größere Sicht-barkeit viele neue Kunden zu uns gefunden haben. Es ist ein Ort der Begegnung geworden, das erleben wir täglich und so haben wir es uns gewünscht!

Der Umzug des Hofladens, der Fleischverarbeitung, unserer Hofküche und der Büroräume hat in allen Bereichen unseres Hoflebens große Veränderungen mit sich gebracht. Noch ist nicht alles eingespielt und zur Gewohnheit geworden. Und wir werden sicher noch etwas Zeit brauchen, bis sich die neue Situation wieder vertraut anfühlt. Die zukünftige Bestimmung des alten Ladens muss noch gefunden werden. Wir wollen nichts überstürzen, sondern in unserem Tempo die nächsten Schritte gehen. Ein bisschen ruhiger darf es gerne wieder werden. Auf unserem Hofplatz ist es seit dem Umzug des Ladens schon deutlich spürbar. Das ist schön, denn der Autoverkehr war erheblich und die Parkmöglichkeiten schon lange nicht mehr ausreichend. Dennoch möchten wir alle herzlich einladen, uns auf dem Hof zu besuchen. Wir freuen uns über die Begegnungen im Stall, die Gespräche und Fragen zu unserer Arbeit und über alle Kinder, die mit ihren Eltern unseren Spielplatz besuchen. Einen Spaziergang durch die Baumallee auf der anderen Seite der Bahn, ein Verweilen auf der schönen Bank dort mit dem Blick über unsere Felder sowie einen Besuch unserer vielseitigen Veranstaltungen können wir sehr empfehlen.

Im nächsten Frühjahr werden wir in vier Ferienzimmern Gästen die Möglichkeit bieten, einige Tage bei uns auszuspannen. Vielleicht ist auch das eine Gelegenheit, das Hofleben und die wunderschöne Umgebung zu erkunden.
Ohne die vielen tatkräftigen Mitarbeiter und helfenden Menschen wäre die Arbeit nicht zu bewältigen gewesen.

Wir bedanken uns sehr bei Thomas Brass, der sich um den Ackerbau gekümmert und Alfons Wiesler-Trapp so den Rücken für Planung und Bautätigkeit frei gehalten hat. Auch er hat viele Stunden auf der Baustelle verbracht. Seine Freundin Hannah Böttcher war für Florian Gleißner unverzichtbar im Kuhstall, kümmerte sich um das Rechnungswesen und war eine verlässliche Hilfe in der Hauswirtschaft. Beide haben wir im Frühsommer wieder verabschiedet. Ernst Kopp kam im Januar und hat maßgeblich alle Ausbauarbeiten in den Wohnungen über dem neuen Laden durchgeführt. Damit er den Anschluss an die Landwirtschaft nicht ganz verliert, hat er sich um den Möhrenanbau und das Aufstellen des Wildschutzzaunes gekümmert. In der Kartoffelernte hat er dafür gesorgt, dass der Roder fast unterbrechungsfrei durchlaufen konnte.

Außerdem gab es wie jedes Jahr einen großen Lehrlingswechsel. Verabschiedet haben wir Bettina Niebuhr, die ihre Gärtnerlehre woanders fortführt, Clara Rittirott nach abgeschlossener Hauswirtschaftslehre, Teresa Lehmann nach abgeschlossener Landwirtschaftslehre und Momme Bellmann, der seine Ausbildung auf einem anderen Betrieb fortsetzt. Neu gekommen sind Michael Rachfahl als Auszubildender im Gemüsebau, sowie Max Aewerdieck, Nele Dieckmann und Ludwig Brohme in der Landwirtschaft.

Seit Mitte November gehört Hassan Ibrahimi zu unserem Küchenteam. Theresa de Vries hatte die Lücke in der Hauswirtschaft für drei Monate überbrückt. Marius Trapp ist nach abgeschlossener landwirtschaftlicher Lehre als Gehilfe wieder für ein Jahr nach Hause zurückgekehrt und unterstützt seinen Vater in vielen Bereichen. In der Käserei hat uns Arleta Kot-Kahl verlassen, für sie ist Lasse Elberding gekommen. Unser Mitarbeiter im Gemüse, Johannes Jessen, beendete Ende November seine Zeit bei uns. Für Ihn kommt unser ehemaliger Auszubildender Frederik Buhk zu uns zurück und wird ab dem Frühjahr auch die Gesellenstelle einnehmen. Eine Entwicklung, die uns besonders freut.
Und dann sind da last but not least die neuen Hofladenmitarbeiterinnen: Miriam Lüdecke, Nadine Möller, Anja Pethke, Carina Maser, Carmen Feuerriegel, Bettina Wilhelm, Wiebke Burkhard, Petra Kunst, Nadine Wohlers-Lorenzen, Christina Hartwig sowie Hanne Schwarzenberg, die bis zu ihrem Studienbeginn im Frühjahr das Team unterstützt. Danke, dass ihr euch in dieser besonderen Zeit so gut in das bestehende Team und unsere Abläufe eingelebt habt

Unser altgedienter Mitarbeiterstamm hat uns durch alle stürmischen Zeiten zuverlässig und treu begleitet und immer wieder gerettet. Dafür danken wir sehr!
Außerdem allen zahlreichen hier nicht erwähnten Helfern in vielen Lebenslagen. Ohne euch wäre dies alles nicht möglich gewesen. Es ist uns sehr bewusst, dass dieses Jahr für uns alle eine besondere Herausforderung war. Sie ging bis an unsere Grenzen und teilweise darüber hinaus.

Wandlung, so wie Vincent van Gogh sie in wenigen Worten beschreibt, bedeutet immer ein Loslassen von Altem, damit Neues entstehen kann. Der Keim ist gelegt, aus dem die neuen Blätter sprießen können. Sie werden weiter wachsen und wir mit ihnen.

In diesem Sinne wünschen wir allen eine erfüllte Weihnachtszeit und Tatkraft für ein neues Jahr mit mutigen Handlungen und fruchtbaren Entwicklungen!

                                     Mit herzlichen Grüßen

 

Agnes und Florian Gließner, Anner-Maria und Arne von Schulz, Julia und Lothar de Vries, Susanne Trapp und Alfons Wiesler-Trapp

 

 

 



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